Redakteur: Andreas Behr
ab/ Die Borkumer Grünen haben das Pfingstwochenende genutzt, um am Strand und auf der Promenade mit Bürgerinnen, Bürgern und Gästen über das geplante neue Gasfeld N04 vor Borkum ins Gespräch zu
kommen. Im Mittelpunkt der Aktion standen mögliche Auswirkungen der Bohrungen auf Umwelt, Tiere und Menschen auf der Insel. Zugleich informierte der Ortsverband darüber, wie Betroffene und
Interessierte im laufenden Verfahren eigene Bedenken beim zuständigen Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen einreichen können.
Mit dabei hatten die Grünen vorbereitete Formulierungsvorschläge, die als Grundlage für persönliche Einwendungen genutzt werden können. Ziel sei es, möglichst vielen Menschen eine
niedrigschwellige Beteiligung am Verfahren zu ermöglichen. „Am ersten Tag unserer Aktion legten wir den Schwerpunkt auf die Beeinträchtigungen unserer größten Meeressäugetiere vor unserer
Haustür, den Schweinswalen“, erklärte Claudia Kreußel vom Ortsverband Borkum. Durch Bohrlärm könne die empfindliche Echolot-Kommunikation der Tiere gestört werden. Nach Einschätzung der Grünen
bestehe dadurch die Gefahr, dass Schweinswale Nahrung, ihre Kälber oder potenzielle Geschlechtspartner nicht mehr zuverlässig finden – mit möglichen Folgen für den Bestand in der Nordsee.
Zum Auftakt der Aktion besuchten Mitglieder des Ortsverbandes zudem die Hör-Ausstellung des BUND „Ruhe für die Schweinswale“ im Nordsee Aquarium Borkum. Dort werden unter anderem
Unterwassergeräusche hörbar gemacht, wie sie etwa durch Schiffsverkehr oder Bohrungen entstehen. „Sehr interessant und gleichzeitig äußerst beunruhigend war der Fakt, dass der Lärm in den Meeren
sich in den letzten zehn Jahren verdoppelt hat“, sagte Bettina von Stuckrad. Die Ausstellung verdeutliche, wie stark technische Geräusche die akustische Verständigung von Meeressäugern
beeinträchtigen können.
Die Borkumer Grünen wollen bis zur Abgabefrist am 5. Juni weiter auf der Insel unterwegs sein, Gespräche führen und Unterschriften sammeln. Wer sich beteiligen möchte, kann seine Bedenken nach
Angaben des Ortsverbandes schriftlich, per E-Mail oder über ein digitales Antwortformat einreichen.
Infokasten: Hier können Bedenken eingereicht werden
Auf dem Postweg:
Landesamt für Bergbau, Energie und Geologie Niedersachsen
Postfach 51 01 53
Stilleweg 2
30631 Hannover
Per E-Mail mit dem Betreff „Bedenken N04“ an:
[email protected]
und in Kopie an:
[email protected]
Digitales Antwortformat:
Unter www.rvo.nl/onderwerpen/bureau-energieprojecten/lopende-projecten/gaswibbubg-N04/N04 steht ein digitales Antwortformat zur Verfügung.
Frist:
Einwendungen und Bedenken können noch bis zum 5. Juni eingereicht werden.
Mehr Infos unter: https://gruene-leer.de/allgemein/bedenken-neues-gasfeld/
