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Erfolgreiche Premiere für den Kiteboarding World Cup 2026 auf Borkum

 Redakteur: Andreas Behr, Fotos: Andreas Behr, Leonie Meyer

Spektakuläre Sprünge, internationale SpitzensportlerInnen und eine besondere Kulisse direkt vor der Promenade: Mit einer erfolgreichen Premiere ist am Sonntag der erste California Kiteboarding World Cup Borkum zu Ende gegangen. Über das lange Fronleichnamswochenende kämpften 25 AthletInnen aus zwölf Ländern an fünf Veranstaltungstagen um 25.000 Euro Preisgeld und wichtige Ranglistenpunkte der GKA Freestyle World Tour.

 

TeilnehmerInnen unter anderem aus Japan, Australien, Brasilien, Ägypten und Neukaledonien waren für den Tourstopp auf die Nordseeinsel gereist. Der Wind spielte bei der Premiere weitgehend mit: An vier der fünf Veranstaltungstage konnte gekitet werden. Damit bot Borkum nahezu ideale Bedingungen für die Wettkämpfe der internationalen Profi-Tour.

Die Wettkampf-Area und die Startzone lagen unmittelbar vor der Promenade am Nordsee Aquarium. Von dort aus konnten zahlreiche ZuschauerInnen die komplizierten Tricks, weiten Sprünge und engen Entscheidungen auf dem Wasser aus nächster Nähe verfolgen. Der Applaus sei bis an die Wasserkante zu hören gewesen, hieß es bei der Abschlussveranstaltung. Auch die Organisatoren sprachen von einer besonderen Atmosphäre und mehreren „Gänsehaut-Momenten“.

Drei Tage bis zur Entscheidung

Die Freestyle-Wettbewerbe zogen sich über insgesamt drei Tage. Nachdem zum Auftakt die erste Runde vollständig abgeschlossen werden konnte, steigerte sich die Spannung in den folgenden Durchgängen kontinuierlich. Für den entscheidenden dritten Wettkampftag waren nur am frühen Freitagmorgen ausreichend gute Windbedingungen vorhergesagt. AthletInnen und Organisation legten deshalb eine Frühschicht ein: Bereits ab 7 Uhr liefen die Vorbereitungen, um pünktlich um 8 Uhr mit den Halbfinals der Herren beginnen zu können.
Dabei zeigte sich erneut die internationale Klasse des Teilnehmerfeldes. Unter den letzten acht Fahrern waren sieben Nationen vertreten. Für das Finale qualifizierten sich der Schweizer Maxime Chabloz, der Brasilianer Davi Ribeiro, der Ägypter Karim Mahmoud und der deutsche Weltmeister Finn Flügel.

Schweizer Chabloz triumphiert bei den Herren
Das Herrenfinale entwickelte sich zu einem spektakulären Schlagabtausch. Vor mehreren hundert ZuschauerInnen zeigten die vier Finalisten komplizierte Trickkombinationen und hohe Sprünge direkt vor der Borkumer Wasserkante. Am Ende setzte sich Maxime Chabloz mit einem herausragenden Ergebnis von 33,00 Punkten durch und sicherte sich den Sieg bei der Premiere auf Borkum.
Besonders eng verlief der Kampf um die weiteren Podiumsplätze. Der Brasilianer Davi Ribeiro erreichte 29,10 Punkte und belegte damit knapp den zweiten Platz vor Finn Flügel. Der aus Hof in Bayern stammende Weltmeister hatte bis zum letzten Sprung noch die Möglichkeit, sich an die Spitze zu setzen. Sein entscheidender Versuch gelang jedoch nicht wie erhofft, sodass er den Wettbewerb mit 28,53 Punkten auf Rang drei beendete.
Für Chabloz war die Woche auf Borkum nach eigenen Worten etwas Besonderes. Die wechselnden Bedingungen mit Sonne, Regen sowie unterschiedlich starkem Wind hätten den Wettbewerb besonders spannend gemacht. Zugleich bedankte sich der Schweizer beim Publikum für die Unterstützung und kündigte an, gerne nach Borkum zurückzukehren.

Hauchdünne Entscheidung bei den Damen
Auch das Finale der Damen bot Spannung bis zum letzten Sprung. Die brasilianische Weltmeisterin Bruna Kajiya und die Spanierin Claudia Leon lagen vor dem abschließenden Versuch lediglich 0,01 Punkte auseinander. Leon hätte mit einem gelungenen Sprung noch die Führung übernehmen können, stürzte jedoch bei ihrem Versuch und blieb mit 24,03 Punkten auf dem zweiten Platz.
Kajiya stand damit bereits als Siegerin fest, setzte zum Abschluss aber noch einmal zu einem spektakulären Sprung an und erhöhte ihre Gesamtwertung auf 27,94 Punkte. Die Deutsche Kaya Lehmann zeigte einen der besten Wettkämpfe ihrer bisherigen Karriere und sicherte sich mit 19,21 Punkten den dritten Platz vor der Italienerin Francesca Bagnoli. Damit schafften sowohl bei den Herren als auch bei den Damen deutsche StarterInnen den Sprung auf das Podium.


Kennen sich gut: Der Borkumer Marten Koblischke und der aktueller Weltmeister im Freestyle Finn Flügel
Kennen sich gut: Der Borkumer Marten Koblischke und der aktueller Weltmeister im Freestyle Finn Flügel

Borkumer Talent überzeugt beim Best Trick Contest
Beim abschließenden Best Trick Contest am Sonntag rückte auch der Borkumer Marten Koblischke in den Mittelpunkt. Der 17-Jährige belegte hinter Weltmeister Finn Flügel den zweiten Platz. Koblischke begann 2020 auf Borkum mit dem Kitesurfen und zählt in seiner Spezialdisziplin Big Air inzwischen zu den besten zehn Fahrern der Weltrangliste. Da sein Schwerpunkt nicht im Freestyle liegt, hatte er am regulären World-Cup-Wettbewerb nicht teilgenommen. Umso mehr freute sich der Lokalmatador, sein Können vor heimischem Publikum zeigen zu können. Einen internationalen Wettbewerb dieser Größenordnung auf Borkum bezeichnete Koblischke als „Meilenstein“. Während der Veranstaltungstage unterstützte er zudem die Berichterstattung auf borkum.de.
Auch Finn Flügel, der Koblischke bereits von anderen Wettbewerben kennt, zog nach seinem ersten Aufenthalt auf der Insel ein positives Fazit. Trotz der zeitweise kalten und nassen Bedingungen, habe sich die Reise nach Borkum „auf jeden Fall gelohnt“, erklärte der amtierende Weltmeister.


Promenade wurde zur Festivalmeile
Neben den sportlichen Entscheidungen bot der California Kiteboarding World Cup ein umfangreiches Rahmenprogramm. Das rund 300 Meter lange Eventvillage vor dem Nordsee Aquarium verwandelte die Promenade in eine Festivalmeile mit kurzen Wegen zum Strand und freiem Blick auf die Wettkämpfe.
Partner, Sponsoren und Aussteller präsentierten sich mit Informationsständen und Pop-up-Stores. Titelsponsor Volkswagen Nutzfahrzeuge zeigte aktuelle California-Modelle und ergänzte das Angebot unter anderem mit einer Fotobox, Mitmachaktionen und einer Rallye über das Veranstaltungsgelände. Hinzu kamen Yoga-Angebote, Familienaktionen, Autogrammstunden, Interviews sowie Gespräche mit den internationalen Kiteprofis.
Foodtrucks und weitere gastronomische Angebote sorgten für die Verpflegung der BesucherInnen. Nach dem sportlichen Programm wurde der Bereich rund um die Bühne zur Partyzone, in der DJs und Live-Acts für Stimmung sorgten und Gäste gemeinsam mit den AthletInnen feiern konnten.
Auch der Standort überzeugte die Verantwortlichen. Die vorhandene Promenade habe wie eine natürliche Tribüne funktioniert, von der aus die ZuschauerInnen das Geschehen auf dem Wasser besonders gut verfolgen konnten. NBG-Geschäftsführer Raphael Warnecke hob zudem die besondere Atmosphäre zwischen Eventfläche, Promenade und Strand hervor: „Ich finde diesen Standort genau richtig. Durch die Nähe zum Wasser und die vorhandene Infrastruktur entsteht eine besondere Atmosphäre.“


„Die Kitewelt hat sich auf Borkum fokussiert“
Bei der Abschlussveranstaltung und im anschließenden Interview zeigten sich die Beteiligten mit der Premiere sehr zufrieden. Matthias Regber von der veranstaltenden Choppy Water GmbH wertete insbesondere den sportlichen Verlauf als großen Erfolg. „Wir konnten an vier von fünf Tagen kiten und innerhalb der ersten drei Tage die offiziellen Wettbewerbe abschließen. Das ist nicht selbstverständlich“, erklärte er.
Durch das internationale Teilnehmerfeld habe Borkum für mehrere Tage im Mittelpunkt der weltweiten Kitesurf-Szene gestanden. „Die ganze Kitewelt hat sich für eine Woche auf Borkum fokussiert. Das ist schon etwas Besonderes“, sagte Regber. Die Insel verfüge mit ihren unterschiedlichen Revieren und insbesondere der Lagune über hervorragende Voraussetzungen. Diese seien außerhalb Borkums bislang jedoch nur wenig bekannt.
Regber sieht darin eine große Chance für die touristische Entwicklung: „Borkum bietet einmalige Bedingungen zum Kiten. Eine solche Veranstaltung hilft dabei, den Blick darauf zu richten und perspektivisch mehr Sporttourismus auf die Insel zu holen.“

Bilder aus Borkum gingen um die Welt
Neben dem sportlichen Verlauf spielte die mediale Verbreitung eine wichtige Rolle. Während der Veranstaltung entstanden zahlreiche Fotos, Videos, Interviews und kurze Highlight-Clips, die über nationale und internationale Kanäle ausgespielt wurden.
Pascal Matzke, der die Medienarbeit rund um die Veranstaltung begleitete, zeigte sich mit der Resonanz zufrieden: „Wir haben tolle Bilder, Videos und Highlight-Clips produziert. Sie wurden vielfach angesehen und gingen von Borkum aus in die Welt. Genau das wollten wir erreichen.“
Nach Einschätzung der Veranstalter ergänzten sich die nationalen Kommunikationskanäle und die weltweite Reichweite der GKA besonders gut. Hinzu kamen die Beiträge der AthletInnen, die ihre Eindrücke und Aufnahmen über die eigenen sozialen Netzwerke verbreiteten. „Wenn man das Telefon geöffnet hat, war überall der Kiteboarding World Cup Borkum zu sehen“, beschrieb Regber die mediale Präsenz.


V.l.n.r.: Pascal Matzke (Choppy Water GmbH), Raphael Warnecke (Geschäftsführer Nordseeheilbad Borkum GmbH), Matthias Regber (Geschäftsführer Choppy Water GmbH)
V.l.n.r.: Pascal Matzke (Choppy Water GmbH), Raphael Warnecke (Geschäftsführer Nordseeheilbad Borkum GmbH), Matthias Regber (Geschäftsführer Choppy Water GmbH)

„Borkum passt genau zu diesem Sport“
Raphael Warnecke bezeichnete den Wechsel vom Windsurfen zum Kiteboarding als richtige Entscheidung. Der Sport werde bereits auf der Insel ausgeübt, verfüge über eine eigene Anhängerschaft und passe zum angestrebten Profil Borkums als sportliche Insel.
„Kiteboarding passt zu Borkum. Wir haben mit der Lagune am Nordbad ein besonderes Revier, der Sport wird hier bereits praktiziert und wir können die Bilder der Veranstaltung sehr gut in die Welt hinaustragen“, sagte der NBG-Geschäftsführer.
Warnecke sprach zugleich von einer großen Gemeinschaftsleistung und dankte dem gesamten Team der NBG, den Mitarbeitenden der Stadt, den Organisatoren und allen weiteren Beteiligten. Die Premiere habe gezeigt, dass hochklassiger Sport und ein öffentlich zugängliches Veranstaltungsprogramm an diesem Standort miteinander verbunden werden könnten.
Auch Matthias Regber lobte die Zusammenarbeit auf der Insel. Die Anreise und der logistische Aufwand seien zwar erheblich. „Aber wenn man auf Borkum angekommen ist, wird man besonders herzlich aufgenommen. Es ist ein Standort, an dem wir uns sehr wohlfühlen“, sagte er.

Die gesamte Insel stärker mitnehmen
Trotz der positiven Bilanz sehen die Verantwortlichen für die kommenden Jahre noch Entwicklungsmöglichkeiten. Vor allem die örtliche Einbindung soll weiter ausgebaut werden. Geschäfte, Gastronomiebetriebe und weitere Partner könnten das Event künftig stärker aufgreifen und gemeinsam bewerben.
„Wir müssen noch besser erreichen, dass der World Cup als Projekt der gesamten Insel verstanden wird“, betonte Regber. Ziel müsse es sein, Borkum während der Veranstaltungswoche sichtbar in den Mittelpunkt des Kiteboardings zu rücken. Dazu gehörten eine stärkere Bewerbung im Ort, eine engere Zusammenarbeit mit örtlichen Betrieben und eine noch breitere Beteiligung an dem Event.
In der Verbindung aus Sport, Festival und touristischem Angebot sieht Regber eine besondere Stärke. Die Veranstaltung spreche jüngere Gäste an, ohne andere Generationen auszuschließen. „Hier standen junge Kitefans neben älteren Menschen, die begeistert zugeschaut haben. Genau diese Verbindung ist die große Kunst eines solchen Events.“
Langfristig könne sich das Fronleichnamswochenende zu einem festen Surf-, Kite- und Festivaltermin entwickeln und damit die Vorsaison beleben. „Wenn es gelingt, alle Beteiligten auf der Insel mitzunehmen, ist das eine große Chance, den Tourismus zu aktivieren und auf ein neues Niveau zu heben“, so Regber.

Die Siegerinnen

Damen v.l.n.r.: 2. Platz Claudia León Martinez (Spanien), 1. Platz Bruna Kayjiya (Brasilien), 3. Platz Kaya Lehmann (Deutschland), 4.Platz Francesca Bagnoli (Italien)
Damen v.l.n.r.: 2. Platz Claudia León Martinez (Spanien), 1. Platz Bruna Kayjiya (Brasilien), 3. Platz Kaya Lehmann (Deutschland), 4.Platz Francesca Bagnoli (Italien)

Die Sieger

Herren v.l.n.r.: 2. Platz Davi Ribeiro (Brasilien), 1. Platz Maxime Chabloz (Schweiz), 3. Platz Finn Flügel (Deutschland), 4. Platz Karim Mahmoud (Ägypten)
Herren v.l.n.r.: 2. Platz Davi Ribeiro (Brasilien), 1. Platz Maxime Chabloz (Schweiz), 3. Platz Finn Flügel (Deutschland), 4. Platz Karim Mahmoud (Ägypten)

Premiere mit internationaler Bedeutung
Der GKA Kiteboarding World Cup Borkum ist Bestandteil der GKA Freestyle World Tour und zugleich ein Special Event des Weltsegelverbandes World Sailing. Mit der Veranstaltung wurde erstmals überhaupt ein Boardsport World Cup in Niedersachsen ausgetragen. Zugleich erhielt die internationale Tour neben St. Peter-Ording einen weiteren deutschen Austragungsort.
Neben Volkswagen Nutzfahrzeuge unterstützten Melitta, Waterkant und Veltins die Premiere. Gefördert wurde das Projekt zudem von der Niedersächsischen Lotto-Sport-Stiftung.
Die AthletInnen hatten zum Teil eine besonders weite Anreise hinter sich. Viele von ihnen kamen unmittelbar vom vorherigen Tourstopp in Mexiko nach Borkum und mussten sich nicht nur auf eine lange Reise, sondern auch auf deutlich niedrigere Temperaturen einstellen. Während sie in Mexiko noch bei mehr als 30 Grad gestartet waren, erwarteten sie auf der Nordseeinsel zeitweise Temperaturen um 15 Grad.

Wiedersehen im Mai 2027
Der Kiteboarding World Cup soll sich langfristig als sportliches und touristisches Highlight am Fronleichnamswochenende etablieren. Die Verbindung aus internationalem Spitzensport, frei zugänglichen Wettkämpfen sowie einem vielseitigen Rahmen- und Partyprogramm soll sowohl Urlaubsgäste als auch TagesbesucherInnen ansprechen.
Der Termin für die Fortsetzung steht bereits fest: Vom 26. bis 30. Mai 2027 sollen die besten KiterInnen der Welt erneut vor Borkum an den Start gehen. Nach Aussagen der Verantwortlichen ist eine Rückkehr der GKA Freestyle World Tour auch für die folgenden Jahre vorgesehen.

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