Rund 160 Aktive spielten auf Borkum 158 Matches in fünf Tagen
Redakteur: Andreas Behr | Fotos: Andreas Behr, Privat
ab/ Mit dem traditionellen Finaltag am Pfingstmontag ging das Borkumer Pfingst-Tennisturnier 2026 nach fünf intensiven Turniertagen zu Ende.
Auf der Tennisanlage an der Bismarckstraße trafen sportlicher Ehrgeiz, familiäre Atmosphäre und echtes Inselgefühl aufeinander. Rund 160 aktive Tennisfans waren vom 21. bis 25. Mai dabei – von der Altersklasse Ü30 bis hin zu Aktiven jenseits der 80 Jahre. Bei bestem Pfingstwetter, gepflegten Plätzen und viel Zuspruch am Rand der Anlage wurde in Haupt- und Nebenrunden gespielt, sodass jeder Doppelpaarung zwei Spiele garantiert waren.
Das traditionsreiche Doppel- und Mixed-Turnier verbindet sportlichen Wettbewerb mit Urlaubsflair. Zwischen Tennisplätzen, Strand, Promenade und Neuer-Leuchtturm-Kulisse entsteht genau jene Mischung, die viele Teilnehmende seit Jahren nach Borkum zieht. Viele sind echte Wiederholungstäter – manche aus jüngerer Zeit, andere kennen noch das Bäderturnier der 1990er-Jahre. Zugleich kamen auch in diesem Jahr wieder Borkum-Neulinge hinzu, die häufig durch Aktive aus den Vorjahren für das Turnier auf der Insel begeistert wurden. Insgesamt reisten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus ganz Deutschland an.
Tradition mit persönlicher Verbindung
Für Gudrun Köppen-Castrop ist das Turnier eng mit ihrer eigenen Borkum-Geschichte verbunden. Seit 1963 kommt sie auf die Insel, von 1987 bis 1990 lebte sie hier und gab Tennistraining – unter anderem auch für Schulklassen. In der Organisation des Pfingstturniers ist sie seit vielen Jahren aktiv, eigenverantwortlich seit 2007. Seit 2021 bildet sie gemeinsam mit Kati Krohne vom Hildesheimer Tennis-Verein von 1892 die Turnierleitung. Organisiert wird das Pfingstturnier von der Nordseeheilbad Borkum GmbH (NBG), Ansprechpartner vor Ort ist Peter Schöpel. Die Hauptsiegerehrung nahm ebenfalls Schöpel vor, der sich ausdrücklich bei der Turnierleitung für deren Einsatz bedankte.
Doppel und Mixed als besonderer Reiz
Gespielt wurde in insgesamt zwölf Konkurrenzen. Neben Damen- und Herren-Doppeln standen vor allem die Mixed-Wettbewerbe im Mittelpunkt. Gerade sie machen den besonderen Reiz des Turniers aus, denn im regulären Punktspielbetrieb spielen Mixed-Begegnungen kaum eine Rolle. Auf Borkum dagegen gehören sie fest dazu. Erstmals wurde in diesem Jahr auch ein Mixed 70 ausgetragen, die größte Konkurrenz war erneut das Mixed-Doppel 50.
Zugleich ist das Turnier längst kein reines Spaßformat. Seit 2022 ist es LK-relevant, Siege fließen also in die persönliche Leistungsklasse ein. Das macht die Begegnungen sportlich attraktiv, ohne den lockeren Charakter zu verdrängen. Auf Einzel wird bewusst verzichtet – auch, weil die Platzkapazitäten über Pfingsten sonst kaum ausreichen würden. Dennoch war das Programm beachtlich: 115 gemeldete Doppel- und Mixed-Paare absolvierten an fünf Tagen 158 Matches auf vier Außenplätzen. „Wir hatten 2026 Topbedingungen – zum einen hinsichtlich der sehr gepflegten Tennisanlage und zum anderen hinsichtlich des Pfingstwetters“, betonte Gudrun Köppen-Castrop. Beeindruckend sei erneut das Spielniveau in allen Altersklassen gewesen – in den Haupt- ebenso wie in den Nebenrunden. Es habe spannende, faire und sportlich hochklassige Matches gegeben. Zugleich dankte sie den Aktiven auch für ihre Geduld, da einige hart umkämpfte Partien entsprechend lange dauerten.
Hochklassige Finalspiele
Ein besonderer Zuschauermagnet waren die Finalspiele am Pfingstmontag. Hier wurde Tennis bis hinauf zur Regionalliga-Ebene geboten. Im Mixed-Doppel 50 setzten sich Senta Bredel und Holger Bredel vom Hildesheimer Tennis-Verein von 1892 erneut in zwei spannenden Sätzen durch und feierten damit bereits ihren 5. Titelgewinn in Folge. Dass dieser Erfolg auf Borkum eine besondere Geschichte hat, passt zum Charakter des Turniers: Senta und Holger Bredel lernten sich einst beim Bäderturnier auf der Insel kennen – aus der Frage nach einem Mixed-Partner wurde schließlich mehr. Inzwischen liegt die Silberhochzeit hinter den beiden, die Kinder sind aus dem Haus, und auf Borkum wird weiter gemeinsam Tennis gespielt. So steht ihr erneuter Titelgewinn nicht nur für sportliche Konstanz, sondern auch für jene persönlichen Verbindungen, die das Pfingstturnier seit Jahren prägen.
Einen Doppelsieg gelang Melanie Suchardt und Hieronymus Hartung: Beide gewannen jeweils das Doppel 30 und gemeinsam auch das Mixed 30. Auch abseits der Ergebnisse zeigte sich, was das Turnier ausmacht. Viele Ehemalige kommen weiterhin als Zuschauerinnen und Zuschauer auf die Anlage, auch wenn sie aus Alters- oder Verletzungsgründen nicht mehr selbst auf der roten Asche stehen können. So bleibt das Pfingsttennis ein Wiedersehen alter Bekannter und Gleichgesinnter – und für viele längst ein fester Teil ihrer Borkumer Geschichte. Neben dem Sport haben das gesellige Beisammensein, das Anfeuern und die gemeinsame Zeit auf der Insel eine besondere Bedeutung.
Insel als Rahmenprogramm
Das Rahmenprogramm liefert Borkum fast von selbst. Strand, Sonnenuntergänge und Promenade gehören zum Pfingstwochenende ebenso dazu wie die Begegnungen auf der Anlage. Ergänzt wurde dies durch gesellige Momente, darunter ein Sektempfang von Il Faro. Wenn am Pfingstmontag die letzten Matches laufen und zugleich die Klänge der „Schmackes Brass Band“ herüberwehen, wissen viele: Das Turnier biegt auf die Zielgerade ein. Nicht wenige Aktive haben ihren Urlaub für Pfingsten 2027 bereits wieder gebucht. Das Fazit fiel entsprechend eindeutig aus: Man sieht sich wieder – spätestens beim nächsten Pfingstturnier auf Borkum.
Dank und Blick nach vorn
Möglich wird das Pfingstturnier nicht zuletzt durch die Unterstützung vor Ort. Die Organisatorinnen dankten insbesondere Peter Schöpel sowie Marco Rapana und seinem Team. Hinzu kommen zahlreiche Borkumer Geschäftsleute und Betriebe, die mit Gutscheinen, Preisen und Sachspenden zum Gelingen beitragen. Die AG Ems unterstützt das Turnier traditionell mit Pokalen. Mit Blick auf die Zukunft verwies Köppen-Castrop zugleich auf die Bedeutung der vorhandenen Infrastruktur. Ein Turnier dieser Größenordnung sei nur durchführbar, wenn die aktuelle Platzkapazität mit vier Außen- und zwei Hallenplätzen erhalten bleibe. Entsprechend gespannt blicke man auf die geplanten Sanierungs- und Modernisierungsmaßnahmen, insbesondere auf den ehemaligen Plätzen 7 und 8. So endete das Pfingsttennis 2026, wie es für viele begonnen hatte: mit sportlichem Einsatz, herzlicher Atmosphäre und dem festen Blick auf das nächste Jahr.
Auszug aus der Siegerliste
Herrendoppel 30:
1. Platz Hieronymus Hartung (Tennisclub Helene 1932 e.V. Essen), Moritz Tüting (TC Dinklage)
2. Platz Janos Kereszti (TC Falkenberg), Hans-Christian Glang, (FTSV Jahn Brinkum von 1884 e.V.)
Herrendoppel 50:
1. Platz: Bernhard Kainer, Gunnar Klau, (beide TC Stadtwald Hilden)
2. Platz: Jan-Edzard Labs (TG BW Quelle WTV), Holger Visse (SC Hörstel WTV)
Herrendoppel 60:
1. Platz: Jürgen Stork (TC Bad Eilsen), Roderick Lemke (Bückeburger TV)
2. Platz: Joachim Ebel (TC Oldenburg-Süd), Carlo Ilse (VfB Uslar)
Herrendoppel 70:
1. Platz: Rolf Girgenrath (VfT Schwarz-Weiß Marl), Dieter Düwel (TC BW Castrop 06)
2. Platz: Gerd Roggenbrodt (SC Vorwerk Celle), Wilhelm Holz (Uslarer TC)
Herrendoppel 75:
1. Platz: Hans-Hermann Meier (TSG Backnang WTB), Knut-Michael Meisel (Erfurter Tennis-Club Rot-Weiß e.V. TTV)
2. Platz: Karl Klevorn (TC BW Papenburg), Heinz Thesing (TC BG Aschendorf)
Damendoppel 30:
1. Platz: Melanie Suchhardt (TC Bredeney), Charlotte Goedeke (Suderwicher TC)
2. Platz: Melanie Gründges, Rieke Hammes (beide TV 1903 Schwarz Gelb e.V. Krefeld)
Damendoppel 50:
1. Platz: Petra Staats, Laura Zegenhagen (beide SG Findorff e.V.)
2. Platz: Susanne Mewis, Silke Birkenstock (beide SG Findorff e.V.)
Damendoppel 60:
1. Platz: Stephanie Harms, Heidi Stephan (beide Recklinghäuser TG)
2. Platz: Petra Jelinek (Tennis-Club Prisdorf), Heike Obländer (Tennisclub 78 Eckernförde)
Mixed 30:
1. Platz: Melanie Suchhardt (TC Bredeney), Hieronymus Hartung (Tennisclub Helene 1932 e.V. Essen)
2. Platz: Kirsten Kereszti, Janos Kereszti, (beide TC Falkenberg)
Mixed 50:
1. Platz: Senta Bredel, Holger Bredel (beide Hildesheimer Tennis-Verein von 1892)
2. Platz: Laura Zegenhagen (SG Findorff e.V.) Carsten Lüdemann (Oldenburger TeV)
Mixed 60:
1. Platz: Cornelia Meyer, Jürgen Popitz (beide TC BW Salzgitter)
2. Platz: Heike Obländer, Stefan Obländer (beide Tennisclub 78 Eckernförde)
Mixed 70:
1. Platz: Regina Röbschläger (THC Lüneburg), Joachim Ebel (TC Oldenburg Süd)
2. Platz: Dagmar Frank (Recklinghäuser TB), Rolf Girgenrath (VfT Schwarz-Weiß Marl)
















