Redakteur/Fotos: Andreas Behr
Mit
einer gemeinsamen Begrüßung durch die Schausteller und Bürgermeister Jürgen Akkermann ist die Inselkirmes am Samstag,
18. April, um 15 Uhr auf dem Parkplatz „Am Langen Wasser“ eröffnet worden.
Damit setzt die Stadt Borkum erstmals auch nach außen sichtbar auf ein bewusstes Miteinander mit den Schaustellern – ein Signal, das in vielen Kommunen längst üblich ist und nun auch auf der Insel unterstrichen wird.
Timo von Halle, der den Familienbetrieb in fünfter Generation führt und bereits in dritter Generation auf Borkum vertreten ist, eröffnete die Veranstaltung und übergab anschließend das Wort an den Bürgermeister. Von Halle ist zudem Vorsitzender des Vereins reisender Schausteller Ostfriesland und vertritt damit die Interessen zahlreicher Betriebe.
Überfahrt und Aufwand erheblich
Bereits im Vorfeld hatte von Halle im Gespräch mit Borkumerleben deutlich gemacht, welche besondere Rolle Borkum für die Schausteller spielt. „Wenn wir nur den finanziellen Aspekt sehen würden, würden wir hier nicht mehr rüberfahren“, sagte er. Die Überfahrt und der gesamte Aufwand seien erheblich – umso wichtiger sei das Gefühl, auf der Insel willkommen zu sein. „Wir fühlen uns hier auch ein Stück weit zu Hause.“
Diese Haltung spiegelte sich auch in seiner Eröffnungsrede wider, in der er die Verbundenheit vieler Schaustellerfamilien mit Borkum betonte. Nicht wenige seien seit Jahrzehnten regelmäßig auf der Insel, einige hätten hier – wie er selbst und ab nächstem Jahr auch sein Sohn – Teile ihrer Schulzeit verbracht und es bestehen nach wie vor auch Kontakte zu Insulanern.
Trachttanz vor besonderer Kulisse
Im Anschluss an die offiziellen Worte folgte ein Höhepunkt der Eröffnung: die Kindertrachtengruppe des Verein Borkumer Jungens e.V. 1830 gestaltete mit „Tanz, Tracht und viel Herz“ ein stimmungsvolles Programm – und das in einer besonderen Kulisse: auf dem Metallboden des Auto-Scooters. „Zwei Traditionen, ein besonderer Moment“, beschrieb die stellvertretende Bürgermeisterin Melanie Helms diesen Auftritt begeistert. Die Verbindung aus gelebter Inselkultur und klassischer Kirmes verlieh dem Auftakt eine eigene, unverwechselbare Atmosphäre.
Für zusätzliche Begeisterung sorgte im Anschluss eine spontane Geste: Die ersten drei Fahrten im Auto-Scooter waren für Kinder kostenfrei – ein Angebot, das direkt angenommen wurde und für einen lebendigen Start in den Kirmesbetrieb sorgte.
Tradition UNESCO-Weltkulturerbe
Bürgermeister Akkermann betonte in Anwesenheit einiger Ratsmitglieder der BfL, der Grünen sowie der SPD, in seiner Ansprache die lange Geschichte der Kirmes auf Borkum und die Bedeutung für das Inselleben. Gleichzeitig verwies er auf die Herausforderungen für die Schaustellerbetriebe, die mit steigenden Kosten und logistischem Aufwand verbunden sind. Umso wichtiger sei es, die Zusammenarbeit weiter zu stärken und die Kirmes als festen Bestandteil des kulturellen Lebens zu erhalten. Auch bundesweit hat diese Tradition gerade erst Anerkennung erfahren: Die Schaustellerkultur wurde im Frühjahr 2026 in das Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes aufgenommen. Damit wird eine über Jahrhunderte gewachsene Kultur der Schausteller gewürdigt, die von Generation zu Generation weitergegeben wird.
Noch bis Sonntag auf der Insel
Die Inselkirmes gastiert noch bis Sonntag, 26. April, auf Borkum. Besucher erwartet ein abwechslungsreiches Angebot aus klassischen Fahrgeschäften wie Auto-Scooter und Kinderkarussell, ergänzt durch Attraktionen wie ein nostalgisches Kettenkarussell und ein Bungee-Trampolin. Auch kulinarisch ist für Vielfalt gesorgt – unter anderem mit frischen Schmalzkuchen und Berlinern der Konditorei Böltes. Damit bleibt die Kirmes auch in diesem Jahr das, was sie seit Jahrzehnten ist: ein Treffpunkt für Insulaner und Gäste.







